Mutter Courage und ihre Kinder
Rolle: die stumme Kattrin



< zurück zur Bildauswahl

Pressestimme aus dem Straubinger Tagblatt u. Süddeutsche Zeitung:
.Die Naturbühne sperrt sich gegen allzu theoretisches Lehrtheater, so entstand eine farbige, freche Moritat gegen den Krieg. Besonders die Zech und ihre kongeniale junge Kollegin Johanna Marx zeigen, dass Einfühlsamkeit und darstellerische Wucht der Aussage des episch angelegten Theater nicht per se schaden müssen, im Gegenteil: Bis in die letzten Zuschauerreihen ist erlebbar, wie statt der gepriesenen "Ordnung" im Krieg sittliche und menschliche Verwahrlosung entsteht, wie die kleinen am großen Unrecht mit verantwortlich werden können. Zech zeigt hier deutlich eine Krämerseele, die das Geschäft stets über die Menschen stellt. Ihre drei Kinder werden die Opfer ihres rücksichtslosen Überlebenswillens, hingegen die Hoffnung in Gestalt ihrer Tochter Kattrin bleibt stumm; Marx verdeutlicht eindrucksvoll ihre Fähigkeit zu Mitleid und Auflehnung. Politz löst die Widersprüche des Stücks nicht auf, sondern stellt sie beunruhigend gegeneinander..

Frankenpost, 04.07.2009
"Nicht in Folklore driftet die starke, sarkastisch harte Aufführung ab, auch nicht in eine Geschichtslektion. Zwar haben darin Massenspektakel, Gefechtslärm, pyrotechnische Schrecksekunden ihren Platz; desgleichen aber auch die Individualität des Charakterbilds - wofür das impulsive Ensemble sorgt, das Rosel Zech anführt. [.] Und da ist Kattrin, die Tochter der Courage: eine misshandelte Kreatur, "am Mitleid leidend", von Natur aus gut. Als Kind von einem Soldaten gefoltert, hat sie die Sprache verloren; wortlose Rollen indes sind die schwersten: In Wunsiedel zieht die fabelhafte Johanna Marx schweigend, aber nicht still, mit alarmierend erbarmungswürdigen Gebärden Rührung und Bewunderung auf sich. Über Krieg wird viel geredet in Brechts Stück, doch sie sagt, stumm, darüber am meisten." Quelle, 4.7.09, 15:00 Uhr: http://www.frankenpost.de/nachrichten/kultur-fp/kunstundkultur/art6787,1042642

Sulzbach-Rosenberger Zeitung,, 04.07.2009
"Rein optisch löst Politz [- der Regisseur, Anm. d. Red.] das Stück aus einer definitiven zeitlichen Zuordnung heraus. [.] Das zeigt auch und vor allem diese Courage: Gespielt von Rosel Zech. [.] Zechs Interpretation der Rolle ist wohltuend unprätentiös, fokussiert und universell authentisch. Die Schau stiehlt ihr allerdings die großartige Johanna Marx als Courages stumme Tochter Kattrin: Sie spielt die junge Frau, der die Mutter einen Mann versprochen hat, sobald der Krieg aus ist, mit derart intensiver Mimik und Körpersprache, dass man den Blick fast nicht von ihr abwenden kann. Mal kauert sie ängstlich wie ein Tier am Boden, dann strahlt sie in den wenigen ruhigen Momenten wie ein kleines Kind, und am Ende ihres jungen, traurigen Lebens trommelt sie heldenhaft und voller Trotz gegen den Feind an." Quelle, 4.7.09, 15:00 Uhr: http://www.oberpfalznetz.de/onetz/1897207-131-krieg_der_groesste_zuhaelter,1,0.html