McFamily oder: Du glaubst nicht mehr an dich als wärst Du Gott, Rolle: Deaf Vally



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Der Standard, 22./23. Okt. 2011
" Anarchisch, komisch, orgiastisch, abgründig, verrückt und exzellent ist Philipp Preuss neues Stück Mc Family oder: du glaubst nicht mehr an dich als wärst du Gott, das am Bregenzer Theater Kosmos uraufgeführt wurde. .... Kapitalismus als Religion, Mouseclicks als Gebetszeichen, Gewalt als Lösung, neoliberales Gedankengut als Horrortrip - dem Stück zugrunde liegt die wahre Geschichte von Charles Manson und seiner mordenden "Family" in Kalifornien der 1960er- Jahre.... Preuss, ein Multitalent, beherrscht das Theaterwerkzeug: er baut großzügig Stilmittel, Kniffs und Tricks in sein Stück und begeistert damit das Publikum. Gleichzeitig ist McFamily ein gelungenes Produkt eines perfekt zusammenspielenden Teams: Die Schauspieler Anne Breitfeld, Alexander Gier, Johanna Marx, Felix Römer und Petra Staduan liefern allesamt brillante Leistungen"...

Süddeutsche Zeitung, 13.102011
..."Ausgehend von Charles Mansons ?Family` und unter Verwendung von Zitaten von Euripides, Walter Benjamin und Valerie Solanas ist sein Text eine Mischung aus Gesellschafts- und Medienschelte und assoziativem Allerlei geworden. Damit macht es Preuss, der selbst Regie geführt hat, seinem Publikum nicht leicht: Die Dialoge machen in Sekundenschnelle Gedankensprünge von Manson zu McManson zu Menschensohn und die Bühnenhandlung will die Geschichte der realen Manson-Family erzählen, gleichzeitig aber auch allgemeine Betrachtungen zur freien Marktwirtschaft loswerden. Preuss durchaus provokante These geht beinahe unter: Im Grunde seien die Methoden kapitalistischer Staaten denen von Sekten sehr ähnlich. Schließlich wendeten beide Gehirnwäsche an, indem sie auf der einen Seite versprächen, während sie auf der anderen die Angst vor angeblichen Bedrohungen schürten"...