Pressestimmen zu STÜCKEN UND ROLLE

- Die Kugel und das Opium, Regie, Textfassung und Spiel
- Der extravagante Liebhaber, Rolle: Phylis
- McFamily, Rolle: Deaf Vally
- Böse Schafe, Rolle: Soja
- Mutter Courage und ihre Kinder, Rolle: die stumme Kattrin
- Die Banalität der Liebe, Rolle: Hannah Arendt
- Was Ihr wollt (Shakespeare), Rolle: Viola
- Geschichten aus dem Wiener Wald, Rolle: Marianne
- Faust (Goethe), Rolle: Gretchen
- Medea, Rolle: Medea
- Shining City, Rolle: Neasa
- Die Räuber (Schiller), Rolle: Amalia
- Suburban Motel - Problemkind, Rolle: Denise
- Die Hamletmaschine, Rolle: Ophelia
- Amadeus, Rolle: Constanze
- Ritter Blaubart, Rolle: Agnes


Pressestimmen zur PERSON / INTERVIEWS

Aus: 1999-2010 Schauspiel Dortmund "Leben Träumen Spielen- Blicke auf das Schauspiel Dortmund unter dem Direktor Michael Gruner" von Stefan Keim
...Johanna Marx: Amalia in den "Räubern" ist nur ein Beispiel für die vielen packenden Frauenrollen, die Johanna Marx verkörpert hat. Bei ihr stellt sich auch bei klassischen Texten nie die Frage nach der Zeitgenossenschaft. Selbstbewusste Kämpferinnen sind sie alle, Gretchen, Medea und vor allem Constance, Mozarts Ehefrau, in "Amadeus". Leicht könnte man gerade bei ihr im Klischee stecken bleiben, Johanna Marx macht ihre Entwicklung zum Zentrum der Aufführung.

Ruhr Nachrichten
- Zur Person: Johanna Marx wurde 1978 in Waiblingen geboren. Sie studierte von 1998 bis 2002 Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach Gastengagements am Theater Oberhausen und der Berliner Schaubühne trat sie 2002 zum ersten Mal in Dortmund auf. Schon zwei Mal, in der Spielzeit 2002/2003 und 2005/2006 errang sie den dritten Platz als "beste Nachwuchsschauspielerin" in der NRW-Kritikerumfrage. Im vergangenen Jahr wurde Johanna Marx mit dem Förderpreis für junge Künstler der Stadt Dortmund ausgezeichnet.

Sie war das Gretchen in Goethes "Faust". Sie war die Medea. Sie spielte Marianne in Horvaths "Geschichten aus dem Wiener Wald" und die Viola in Shakespeares "Was ihr wollt". Kurz: am Theater Dortmund hatte sie alle größeren Rollen. Seit dieser Saison arbeitet Johanna Marx (29) als freie Schauspielerin. Markus Weckesser sprach mit ihr über Chancen und Risiken der Selbstständigkeit.

Ist ihnen die Entscheidung schwer gefallen, das Haus zu verlassen?
Marx: Ich habe lange hin und herüberlegt und mag das Ensemble sehr. Aber der Schritt war total wichtig für mich. Nach fünf Jahren zu wechseln, das ist normal. Ich merke, dass ich eine Veränderung brauche...

Können Sie sich vorstellen, wieder zu einem Ensemble zu gehören?
Marx: Das schließe ich gar nicht aus. Ich schätze es, wenn die Leute sich kennen und oft miteinander arbeiten.

Was ist ihr Ziel?
Marx: Ich bin noch sehr jung und möchte die Zeit nutzen , um mir ein zweites Standbein als Hörfunk-Sprecherin aufzubauen. Auf der einen Seite habe ich eine Sicherheit aufgegeben, auf der anderen arbeite ich auf eine Sicherheit hin. Es klingt paradox, aber mein Wunsch ist, noch mal anzukommen.

Was reizt Sie am Hörfunk?
Marx: Am Mikrofon kann man ganz minimalistisch arbeiten. Man konzentriert sich auf eine Sache...

Lag Ihnen ein neues Angebot vor als Sie gekündigt haben?
Marx: Nein, ich habe den Schritt gewagt, ohne zu wissen, was passiert und ob es zu einem neuen Engagement kommt...

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Marx: Für mich war es wichtig zu sehen, dass nichts selbstverständlich ist. Die Bedingungen sind jetzt anders und ich musste mich neu einfinden. Man lernt sich besser kennen, wenn man neuen Situationen begegnet...

Sie pendeln zur Zeit zwischen Ihrem Wohnort Dortmund, Bonn, Berlin...
Marx: Weniger Arbeit ist es nicht geworden. Der Unterschied ist, dass ich es mir aussuchen kann...

WAZ
"Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler"
- ...Schräg und fein... Johanna Marx bedankte sich mit Darbietungen aus ihrem Repertoire. Mit dem Gedicht "Wenn ick ma tot bin" und dem Liebeslied "Letzter Tag" von Herbert Grönemeyer gab sie Einblicke in ihre künstlerische Bandbreite. "Sie ist keine Kunstfigur, sondern bodenständig, realitätsnah, konkret" sagte Stefan Keim über sie. Sie beeindrucke dadurch, immer den wahrhaftigen Kern ihrer Rollen zu finden. Johanna Marx spielt am Theater Dortmund die Amalia in Schillers "die Räuber" und verkörpert in der aktuellen "Faust"-Inszenierung das Gretchen als desillusionierte Hure...

Westfälische Rundschau
- ...Schauspiel schließlich ist für die 28-jährige "etwas, worauf ich in meinem Leben nicht verzichten kann" Gerade die Begegnung mit verschiedenen Menschen, Charakteren - und eben Ansätzen gefällt ihr." Ich übe meinen Beruf sehr ernsthaft und engagiert aus. Ich bin in dem, was ich mache." Umso mehr freut sie sich nun über die Auszeichnung, gerade, da sie aus Dortmund kommt- "weil man für diese Stadt die Kunst macht." Angekratzt klingt Johanna Marx Stimme, wechselt mal ins sehr Bestimmte, dann ins Mädchenhafte. Was es für eine so leidenschaftliche Schauspielerin bedeute, wenn die Menschen scharenweise aus dem Theater laufen- sie überlegt, stiert in die Luft, bevor sie antwortet: Das sei im ersten Moment schwierig, aber zugleich eine Übung: "Ich muß nicht jedem gefallen." Schauspielerisch stehe sie voll und ganz hinter der Inszenierung, der Geschmack sei Sache des Publikums. Dass allerdings Figur und reale Johanna sich vermengen könnten, findet sie absurd: "Man spielt doch nicht um den Leuten etwas vorzuspielen, sondern um authentisch zu sein- so wie im echten Leben." Und während sie auf der Bühne als Gretchen rotzig und laut, kreischend und vulgär daherkommt, sei sie privat eher schüchtern. Die ganze Empörung um Brunckens Faust-Inszenierung hält Marx für überzogen. Und findet sie doch gut. Weil die Menschen darüber lesen, sprechen, anreisen. Sogar ihre 93-jährige Oma habe sie angerufen , gefragt: "Was ist das denn für eine Frau?" , um die Vorstellung nun selbst zu sehen. Und dann sagt Johanna Marx bestimmt: "Außerdem möchte ich lieber in einer Inszenierung mitspielen, die heiß diskutiert wird, als bei einer nichtssagenden".

Theater Magazin, Portrait: Johanna Marx von Eva Schmidt - ...Mit rot-weiß-gestreiftem Taftrock und dem Konterfei von Mozart Superstar auf der Brust wirbelt sie durch die Szenerie von Amadeus und bezaubert, berührt und amüsiert das Publikum. Manchmal bringt sie die Leute im Parkett aber auch zum Weinen: Ihre Hingabe an das sterbende Genie, ihre umsichtigen und zärtlichen Bewegungen gepaart mit der trotzigen Kraft, die niemals aufgeben würde, nicht im Wien das 18. Jahrhunderts und nicht in Dortmund von 2004, gehört zu den anrührendsten Momenten von Uwe Hergenröders Inszenierung."Ich bin ein Stehaufmännchen.", sagt Johanna Marx von sich selbst., obwohl sie doch erst am Anfang ihrer Kariere steht. 1978 geboren, in Köln aufgewachsen, gleich nach dem Abi auf die Schauspielschule der Hochschule der Künste in Berlin gewechselt, gehört Johanna Marx seit der Spielzeit 2002/2003 zum Dortmunder Ensemble. "Ich hab das Gefühl hier richtig zu sein", sagt Johanna und lacht. Da blitzt etwas Koboldhaftes in ihrem Wesen auf, das jäh wieder unterbrochen wird von einem ernsten Blick. Johanna Marx hat viele Gesichter, ist eine Verwandlungskünstlerin der besonderen Art. Was ihr als Mozarts Stanzerl so überzeugend in einer Rolle gelingt, nämlich aus einer naiven Frau, eine wütende und dann eine gefestigte werden zu lassen, wendet sie auch auf andere Kunstfiguren an. Als Andrée in Marcel Prousts AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT gibt sie sich kühl, distanziert, gleichzeitig scharf wie eine Klinge... Doch egal, ob Johanna ihre Kraft herausschreien kann oder unterdrücken muss: Sie spielt virtuos mit ihr, immer im Kontrast zu ihrer zierlichen Figur... " Ich habe gern Freude um mich", sagt Johanna Marx, inwischen heimisch in Dortmund, aber mit einer nostalgischen Sehnsucht nach Berlin im Herzen. Ihre Rollen studiert sie präzise, lebt eine Weile intensiv mit ihrer Figur." In der Probenphase AMADEUS habe ich nur Mozarts Musik gehört", erzählt Johanna Marx, ehemals Geigerin im Schulorchester...

Theater Magazin
- ... Eine zierlich, auf den ersten Blick fast noch kindliche Person, Jahrgang 1978. Im Gespräch lernt man dann eine Frau kennen, die weiß was sie will. Die bemüht ist um offene, ehrliche, substantielle Antworten und dabei Charakter, Reife und Herzensbildung verrät, die man bei einer Mittzwanzigerin nicht unbedingt erwartet hätte. Gleichzeitig hat sie ein jugendlich glucksendes Lachen, das ausgesprochen ansteckend und fröhlich wirkt. "ich glaube, dass ich zwei Seiten habe" sagt sie. "Eine sehr kindliche und gleichzeitig eine große Ernsthaftigkeit und Melancholie. Deshalb, denke ich, kann ich sowohl Ältere wie Jüngere spielen und diese Verwandlung ist für mich das Schöne am Theater."....Welche Eigenschaften braucht man als Schauspielerin? Johanna Marx denkt kurz nach: "Einfühlungsvermögen!" Man müsse Menschen beobachten und sich in sie hineinversetzen können. Und Lust daran haben, dem Publikum etwas mitteilen zu wollen...

WAZ
- 100 Jahre-100 Köpfe
Mein erstes Theatererlebnis war... Ein Straßenmusiker in Paris- beängstigend; einen Engel spielend auf der Weihnachtsfeier im Kindergarten- peinlich, in einem Schulorchester als Geigerin bei einem Musical- die Schauspieler beneidend (kann ich besser!); als "Tevje" in "Anatevka" (Schultheater)- pure Freude.
Meine Aufgabe ist... Eine Schauspielerin zu sein, die ihr Publikum berührt, bewegt, aufrüttelt und etwas geben möchte.
Wenn es mich hier nicht gäbe... Würde ich versuchen, bestmöglich meiner Aufgabe an einem anderen Platz gerecht zu werden an diesem Betrieb fasziniert mich... Mancher Mensch, der mir begegnet am Theater nervt mich... Wenn es nur noch Theater gibt und man sich vom Leben entfernt, weil es nur das Leben im Theater gibt und nichts mehr außerhalb davon.